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Die Bentley-Geschichte

Walter Owen Bentley (1888-1971) wird als neuntes Kind einer gut situierten Familie in London geboren. Bereits in jungen Jahren verschreibt er sich ganz dem Motorrad. Nach seiner Ausbildung in einem Lokomotivenwerk macht er sich schon mit 24 Jahren selbständig. Er beteiligt sich zusammen mit seinem Bruder an einer Autoimportfirma. Dank eines Förderungsbeitrags des Royal Naval Air Service in Höhe von £ 8000 (heute etwa CHF 2 Mio, EUR 1,3 Mio) beginnt Walter Owen Bentley, 31 jährig und schon Fliegerhauptmann a.D., nach dem ersten Weltkrieg in Cricklewood mit dem Bau von Automobilen unter seinem Namen. Er hat klare Vorstellungen von seinem geplanten Produkt. Es soll der erste wirkliche Sportwagen des Empires werden. Dieser erste Bentley, ein von W.O. Bentley, F.T. Burgess und Harry Varley konstruierter Vierzylinder mit 3 Litern Hubraum, wird 1919 bei der Automobilausstellung in London der Öffentlichkeit vorgestellt. Zwei Jahre später kommt der erste Serien-Bentley mit einer fünfjährigen Garantie auf den britischen Markt. Besondere Merkmale sind das einfache, robuste Fahrgestell, Hinterradbremsen und der neu konstruierte Motor, ein formidabler Vierzylinder mit vier Ventilen pro Zylinder, etwa 80 PS Leistung, obenliegender Nockenwelle und Trockensumpfschmierung. Dieser wird als revolutionäre leichtgewichtige Experimental-Engine No. 1 bekannt. Mit wenigen Änderungen bleibt er bis 1929 in Produktion. In den Tests der Zeitschrift Autocar besticht dieses Modell durch seine Geschwindigkeit, Strassenlage, Bremswirkung und die Fahrleistungen insgesamt.

Wie Frederick Henry Royce ist Walter Owen Bentley – immer respektvoll W.O. genannt – ein Perfektionist. Das 3 Liter-Vierzylinder-Modell mit 2`996 ccm Hubraum (1921–1929) wird ein solides, fast für die Ewigkeit hergestelltes Fahrzeug und der meistverkaufte Typ. Die Kraftentfaltung der Maschine ist akustisch sehr gut wahrnehmbar. Sie wird ein wesentlicher Imageträger dieses Wagens. Ein erster Wettbewerbserfolg wird 1922 mit den Plätzen 2, 4 und 5 und dem Gewinn der Mannschaftswertung der berühmten British Tourist Trophy Wirklichkeit. Bentleys Sportwagen stehen am Anfang ihrer ruhmreichen Vorherrschaft auf den Rennstrecken als das erste 24-Stunden von Le Mans ausgeschrieben wird. Bei diesen Wettbewerben sind die 3 Liter-Bentleys besonders erfolgreich. Motor und Chassis bieten ausserordentlich gute Voraussetzungen für den Betrieb im Sporteinsatz.

Fünfmal tragen die grünen Bentleys bei dieser Langzeitmarter den Sieg davon: 1924 mit einem neuen 3 Liter (Durchschnittsgeschwindigkeit 86.53 km/h) und dann in Folge von 1927 bis 1930. 1929 liegt ein Bentley Speed-Six vom Start weg bis zum Ziel in Führung.

Vier 41/2 Liter-Bentleys mit ihren soliden und zuverlässigen Motoren von 4398 ccm Hubraum überfahren in einem Jahr gleichzeitig die Ziellinie und realisieren den prestigeträchtigsten Vierfachsieg.

Der Schwanengesang von Bentley in Le Mans ist 1930. Barnato und Kidston holen mit einem Speed Six den fünften und letzten Sieg für die Marke. Sie legen 2930 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 122 km/h zurück.

Von 1925 bis 1927 stellt Bentley den 3 Liter Super Sports her, von dem aber nur 18 Exemplare verkauft werden. Der Standard Six, ein Sechszylinder mit 61/2 Liter Hubraum debütiert 1925 auf der Olympia Autoausstellung in London. Mit 140-PSMotor (6597 ccm) und längerem Radstand kann dieses Modell auch mit grösseren Limousinenaufbauten karossiert werden. Von 1926 bis 1930 kommen total 545 Bentley Standard Six zur Auslieferung. Davon 182 mit kürzerem Radstand als Speed Six mit 180 PS (1929 – 1930). Alle Bentleys haben kraftvolle und sehr robuste Motoren. Auf ihrer Grundlage werden in der Folge die Rennwagen entwickelt. Alle Sport-, Renn- und Reisewagen von W.O. Bentley sind reinrassig, überlegen in der Leistung, funktional und perfekt im Finish. Sie holen auf den Rennstrecken Sieg um Sieg, auf der Strasse Sympathien und Auszeichnungen.

1927 kehrt W.O. mit einem 41/2 Liter-Modell zu seiner Lieblingsversion, dem Vierzylinder zurück, der als Klassiker unsterblich wird. Vor allem in Le Mans fährt er seine Lorbeeren ein. Die massige Erscheinung des Wagens veranlassen einige Kritiker, ihn als Lastwagen zu bezeichnen. Zu den besonderen Merkmalen zählen das verwindungssteife Fahrgestell und leistungsfähigere Bremsen.

Dieses Modell erhält 1930 den Kompressor eines von Sir Henry Birkin geleiteten Unternehmens. Birkin ist einer der besten Fahrer und Kunden von W.O. Bentley. Das modifizierte Kompressormodell erzielt jedoch mangels Qualität im Dauerbetrieb nicht den erhofften Erfolg, weder im Renneinsatz noch in den zivilen Versionen. Es fehlt ihm unter anderem die Unterstützung Bentleys, der das Modell als bedauerliche Abweichung von seiner Linie betrachtet. Eigentlich gegen den Willen von W.O. Bentley – inzwischen nicht mehr Herr im eigenen Haus – entsteht die Serie der Blower Bentleys. Die Geldgeber, allen voran Bentley-Präsident Woolf Barnato, Erbe eines immens wohlhabenden südafrikanischen Goldminenbesitzers, setzen ihren Einfluss immer mehr durch. Von 1927 bis 1931 werden 665 Bentley 41/2 Liter, und 55 Versionen mit Kompressor verkauft.

Durch die Weltwirtschaftskrise ab 1929 geht der Verkauf von teuren Automobilen massiv zurück. Obwohl am Himmel die Sturmwolken der drohenden Rezession aufziehen und die Finanzmittel des Unternehmens knapp sind, stellt Bentley noch 1930 eine Luxusversion mit einem 8 Liter Motor, einer verbesserten Version des 61/2 Liter Motors, vor. Die 200 bis 225 PS der Maschine sind gut für eine Höchstgeschwindigkeit von 167 km/h. Genau 100 Stück werden produziert. W.O. Bentley sagt über den 8-Liter : Ich wollte schon immer ein Fahrzeug bauen, das auch bei 160 km/h noch flüsterleise ist, und jetzt habe ich es wohl geschafft“. Dieser Typ ist wahrscheinlich der finanziell erfolgreichste Bentley, der in Cricklewood hergestellt wird. Er läutet aber gleichzeitig das Ende einer Epoche ein. Angesichts der weltweiten Rezession zieht die Investorengruppe, von der die Bentley Motors Ltd. finanziert wird, ihre Unterstützung zurück. Bentley Motors Ltd. muss Konkurs anmelden.

W.O. Bentley hat die Schwierigkeiten kommen sehen und nach Wegen gesucht, um die Firma zu retten. Seine wohlhabenden Freunde und Geschäftspartner stehen den vorgeschlagenen Lösungen jedoch abweisend gegenüber, aber es gibt noch eine Möglichkeit. Bentley nimmt mit Vertretern der Napier Ltd. Kontakt auf. Diese Firma hat einst ausgezeichnete Automobile gebaut, zieht sich aber 1925 aus diesem Geschäft zurück. Bentleys Vorschläge gefallen und bald ist man sich über die Übernahme von Bentley Motors Ltd. einig. So kann der Automobilbau unter W.O. Bentley wieder aufgenommen werden. Doch einige Tage vor Ablauf der Optionsfrist reichte eine unbekannte Firma ein um £ 20 000 (CHF 3,2 Mio. EUR 2,15 Mio. heute) höheres Angebot ein und erhält den Zuschlag!

Niemand ahnt, dass hinter dieser Firma Rolls-Royce steht, auch W.O. Bentley nicht. Erst eine Woche später erfährt er, dass Rolls-Royce Herr im Hause wird. So geht 1931 das Werk mit allem was dazugehört, vorab der Markenname, die Konstruktionsrechte und die Rechte aus dem Anstellungsvertrag von W.O. Bentley über die unbekannte Firma British Central Equitable Trust in den Besitz von Rolls-Royce! Die neuen Besitzer zahlen zuerst alle Schulden und ausstehenden Löhne, finden Aktionäre ab, entscheiden sich, den Namen Bentley nicht aufzugeben und weiter Autos unter dieser Marke zu bauen, allerdings basierend auf der Technik von Rolls-Royce-Modellen.

Ab Mai 1931 bis zum Zusammenbruch der Firma Bentley können noch 50 Exemplare eines 4 Liter-Bentleys verkauft werden, dessen Design von Ricardo stammt, der aber bei den Kunden nicht den gewünschten Erfolg hat. Die nicht verkauften Typen werden von Rolls-Royce mit der Konkursmasse übernommen. Der letzte 4 Liter-Bentley kommt erst 1934 auf die Strasse.

Viele Wagen von W.O. Bentley sind mit prunkvollen und eleganten geschlossenen Karosserien ausgestattet. Doch der internationale Ruf von Bentley stützt sich vorwiegend auf die Siege der Sportwagen.

Es ist 1933, als der von Rolls-Royce in Derby fabrizierte 31/2 Liter-Bentley, The Silent Sportscar, seinen Marktauftritt hat. Anfangs findet er bei den Traditionalisten und Rennsportfans wenig Anklang. Doch der Wagen besticht durch seine elastische, gut nutzbare Leistungscharakteristik und überlegene Verarbeitungsqualität, womit sich das zukünftige Image der Marke Bentley abzeichnet.

Sir Malcolm Campbell, mehrfacher Weltrekordinhaber und einer der führenden Rennfahrer jener Jahre, meint: Der 31/2 Liter Bentley ist das erstaunlichste Fahrzeug, das ich bisher die Ehre hatte zu fahren. 1936 gesellt sich als grössere und stärkere Ausführung der 41/4 Liter dazu. 1937 wird die Fertigung des 31/2 Liter eingestellt.

Es ist wohl der exzellente Name von Bentley – nicht nur auf der Rennstrecke – und das neue 8-Liter Modell, dessen Qualitäten an jene des Rolls-Royce Phantom II heranreichen, was Rolls-Royce zum Kauf von Bentley veranlasst: Ausschaltung eines Konkurrenten durch Übernahme. Bentley hat in Cricklewood bislang 3`000 Fahrzeuge gebaut, ein guter Wert für einen Qualitätswagen der obersten Preisklasse.

Walter Owen Bentley kann die Niederlage nie verwinden. Er muss zwar noch bis 1935 bei Rolls-Royce arbeiten, doch dann kann er dem Ruf von Lagonda folgen. Dort konstruiert er unter anderem den sensationellen Zwölfzylinder und den LG6, mit dem er der Marke mit seinem eigenen Namen das Leben sehr schwer macht.

Walter Owen Bentley stirbt am 13. August 1971.

1939 bis 1945, während des Zweiten Weltkriegs, ruht die Produktion der Bentley-Fahrzeuge. Das erste bei Rolls-Royce in Crewe gebaute Bentley-Modell ist der Mark VI. Dieser wird 1946 der Öffentlichkeit vorgestellt. 1952 debütiert der R-Type und der erste zweitürige R-Type Continental, eine Spezialkarosserie in Leichtbauweise, die in die Autogeschichte eingeht. Insgesamt werden fast 5`000 Bentley Mark VI gebaut, zusätzlich noch 2`320 R-Type.

Mit der 1955 vorgestellten S-Serie beginnt eine Entwicklung, welche die nächsten Jahrzehnte bestimmt: Dieser 4,9 Liter Sechszylinder-Bentley ist im Grunde nichts anderes als ein Rolls-Royce Silver Cloud. H.J. Mulliner entwickelt den S-Serie-Continental mit langgestreckter 2-türiger Fliessheckkarosserie als Nachfolger des Rtype Continental.

1959 bis 1965 werden die S2 und die S3 Bentley-Typen auch mit dem neuen V8-Triebwerk von Rolls-Royce ausgestattet. Die S-Typen bestechen durch die grazile, fliessende Linienführung und die überlegene Leistung des 6`230 ccm Motors.

Die neuen Bentley T1 und T2 sind vom Rolls-Royce Silver Shadow nur aufgrund des Bentley-Kühlergrills zu unterscheiden. Von 1965 bis 1980 bleibt das erfolgreiche Modell weitgehend unverändert in Produktion. Das RR-Corniche Cabriolet wird auch als Bentley Continental auf den Markt gebracht, der RR-Silver Spirit von 1980 als Bentley Mulsanne, der RR-Silver Spur (1984) als Bentley Eight. Beide werden 1992 vom Bentley Brooklands abgelöst. Erstaunlicherweise erlebt die Marke Bentley dennoch einen grossen Aufschwung. Ende der achtziger Jahre werden mehr Fahrzeuge mit Bentley-Zeichen als mit RR-Emblemen ausgeliefert. Ergebnis dieser Entwicklung ist die grössere Eigenständigkeit der Marke Bentley, die sich in eigenen Modellen wie dem leistungsstarken Turbo R oder dem 1991 präsentierten Luxuscoupé Continental R ausdrückt, dem elegantesten und schönsten Bentley seit dem R-Type Continental von 1952. Der Continental R wartet mit einem 6,75-Liter-V8-Motor mit Turbolader und Ladeluftkühler in einer eleganten Coupé-Karosserie auf, die 240 km/h Spitze erreicht und bequem Platz für vier Personen bietet. Als Gran-Tourismo-Modell aus dem Bentley-Stall sorgt der Continental nicht nur auf dem Genfer Salon für Furore.

Die Premiere der Bentley Brooklands Limousine ist 1992. Der 6,75-Liter Saugmotor besticht genauso wie die präzise Strassenlage und die Bremskonzeption.

An einem Bentley der neuen Generation gibt es nichts Serienmässiges. Ein Bentley wird nur auf Bestellung gebaut. Es ist daher dem Käufer überlassen, das Äussere, die Innenraumgestaltung und die Leistungsdaten zu bestimmen. Der Ort, an dem diese Wagen entstehen, ist zweifellos einmalig. Modernste Technik, Verarbeitung hochwertigster Materialien, langjährige Erfahrung und grosses handwerkliches Können sind vereinigt, um die sportlichen Vollblut-Bentleys zu bauen, was auch für die Arbeiter und Angestellten einmalig ist. Rund £50 Millionen (CHF 130 Mio, EUR 86 Mio) fliessen während der letzten Jahre in Crewe in den Bau neuer Anlagen für die Karosseriemontage auf einem modernen, neuen Montageband mit der Flexibilität zur Berücksichtigung individueller Wünsche, in eine fortschrittliche Lackiererei und neue Holzbearbeitungsmaschinen von Weltklasse. Nur ganz wenige Marken der Spitzenklasse überhaupt können es mit einem Bentley aufnehmen. Und keine bietet so hohe Leistung bei überragendem Komfort und absolut sicherer Strassenlage. Nichts kommt einem Bentley gleich ist die Aussage fast aller Bentley-Fahrer der neuen Fahrzeuggenerationen.

Der Continental T weckt 1996 Erinnerungen an die originalen Blood and Thunder – Bentley der Brooklands-Jahre. Sportlich abgestimmtes Fahrwerk, massive Leichtmetallräder mit Breitbereifung, auf 400 PS gesteigerter V8-Motor mit Turbolader und Ladeluftkühler. Zunächst wird er in einer limitierten Sonderserie angeboten, doch aufgrund der grossen Nachfrage in aller Welt wird der Continental T bald als Bestandteil der Bentley-Modellpalette übernommen. 1997 leistet der überarbeitete Continental T 426 PS und 875 Nm. Er beschleunigt in 5,9 Sekunden von 0 auf 100 und erreicht eine Spitze von 273 km/h.

1995 wird das erste offene Tourenmodell der neuen Zeit von Bentley, der Azure, im März auf dem Genfer Salon vorgestellt. Das wohl leistungsstärkste – und mit Sicherheit gediegenste – Viersitzer-Cabriolet der Welt.

Eine völlig neue Viertürerlimousine mit einem 41/2 Liter-V8-Motor mit Twinturbolader, der Bentley Arnage, wird 1998 präsentiert. Die moderne, elegant geschwungene Linienführung und das hochmoderne Fahrwerk erfüllten alle Ansprüche der Bentley-Kunden.

1998 ergattert VW-Chef Ferdinand Piech für 1,15 Milliarden Franken Rolls-Royce und Bentley – ein Deal mit Überraschungseffekt. Trotz monatelanger Vorbereitung hat das VW-Team aber übersehen, dass die Namensrechte für Rolls-Royce beim Triebwerkhersteller Rolls-Royce Plc. verbleiben. Dieser ist seit Jahren eng mit BMW liiert. Die Folge: Für den „Schnäppchenpreis“ von CHF 100 Mio kommt BMW in den Besitz der Namensrechte von Rolls-Royce

Bentley Motors Limited im Volkswagen-Konzern (seit 1998)

Im Jahr 1998 wurde das Unternehmen Rolls-Royce von der Mutter, dem Vickers-Konzern, nach einem Bietergefecht zwischen BMW und Volkswagen an Volkswagen verkauft. BMW kündigte daraufhin die bestehende Motorenlieferung und nutzte seine guten Beziehungen zum Flugzeugtriebwerkhersteller Rolls-Royce plc., der nicht verkauft worden war, aber die Markenrechte an Rolls-Royce besaß, um sich für 40 Millionen Pfund die Rechte an dem Namen zu sichern. Volkswagen hatte damit zwar das Automobil-Werk in Crewe und den Namen Bentley erworben, aber eben nicht die Namensrechte an Rolls-Royce. So kam es zu einem Gentlemen's Agreement zwischen dem damaligen Chef von VW, Ferdinand Piëch, und dem damaligen Chef von BMW und späteren VW-Chef, Bernd Pischetsrieder, dass VW im Stammwerk in Crewe bis Ende 2002 unter der Lizenz von BMW und mit Motoren von BMW weiter Rolls-Royce-Modelle bauen durfte und BMW mit dem Markennamen eine völlig neue Fertigung in Goodwood aufbauen werde.

Im Zuge des Übergangs der Markenrechte an Rolls-Royce an den BMW-Konzern wurde das Unternehmen Rolls-Royce Motors offiziell in Bentley Motors Limited umbenannt.

Im Jahre 2001 nahm Bentley nach 70 Jahren erstmals wieder mit dem Modell Bentley EXP Speed 8 am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil. Für den Wiedereinstieg in das Renngeschehen nach dieser jahrzehntelangen Pause wurde auf Know-how der Konzernschwester Audi zurückgegriffen, die mit dem R8-Sportprototypen in den Jahren 2000, 2001, 2002 sowie 2004 und 2005 siegreich war. Im Jahre 2003 gewann das Sport Team Joest auf dem Bentley Speed 8 mit einem Doppelsieg zum sechsten Mal in Le Mans. Der Sieg ging an das Team Tom Kristensen/Rinaldo Capello/Guy Smith. Zweite wurden Johnny Herbert/David Brabham/Mark Blundell. Aus Marketinggründen wurde das Sport Team Joest als Bentley Werksteam geführt.

Für die Verwendung auf öffentlichen Straßen wurden zunächst die noch bei Vickers/Rolls-Royce entwickelten Modelle Arnage, Continental und Azure (Cabrio-Version des Continental) angeboten. 2003 präsentierte Volkswagen die erste eigenständige Entwicklung Continental GT als Nachfolger des bisherigen Continental-Coupés. Das Fahrzeug baut auf der gleichen Plattform wie der Konzernbruder VW Phaeton. Ein Jahr darauf wurde die Produktion des noch auf dem alten Continental basierenden Cabrios Azure eingestellt, der 2006 eingeführte Nachfolger Bentley Azure (2006) basierte auf dem Arnage und war damit keine vollständige Neukonstruktion. Auf Basis des Azure wurde von 2007 bis 2011 das Coupé Brooklands hergestellt. Seit 2005 wird auf Grundlage des Continental GT die die Limousine Continental Flying Spur produziert. Nach Einstellung der Modelle Azure und Brooklands (2009 und 2011) und der Ablöse des Arnage durch den Mulsanne (2009) bietet Bentley nur noch Modelle auf Volkswagen-Basis an.

Die Bentley State Limousine ist der Dienstwagen der britischen Königin Elisabeth II. Nur zwei Exemplare wurden für ihr goldenes Thronjubiläum im Jahre 2002 als Geschenk hergestellt. Somit ist der Bentley State Limousine seltener als der legendäre Rolls-Royce Phantom IV, von dem nur 18 Stück produziert wurden.

2009 hat die Produktion einer Kleinserie von GT-Zagato-Fahrzeugen in Zusammenarbeit mit dem italienischen Designunternehmen begonnen.

Im Februar 2011 löste Wolfgang Dürheimer den langjährigen CEO Franz-Josef Paefgen ab und übernahm die Leitung des Unternehmens. Zum 1. Juni 2014 übernahm Wolfgang Dürheimer erneut die Geschäftsführung von Wolfgang Schreiber